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Kommunikation im Modell

Sonntag, November 7th, 2010

Eine Darstellung nur der wichtigsten Kommunikationsmodelle könnte ein eigenes Buch füllen. Die Wikipedia zählt 45 verschieden Modelle auf. Die alle versuchen die Frage zu klären: Wie kommunizieren Menschen miteinander und warum klappt dies mal mehr und mal weniger gut. Kommunikationsmodelle erklären, wie die Verständigung von zwei Menschen sattfindet. Was ist jedoch das Fazit all dieser Modelle.
Ich habe hier die wichtigsten Punkte für die Kommunikation im Projekt zusammengestellt:

  • Weder Sie noch die anderen Stakeholder können nicht nicht kommunizieren. Dies besagt das wohl bekannteste Axiom von Paul Wazlawick. Durch die Mitgliedschaft im Projekt sind Sie mit Ihren Stakeholdern immer verbunden. Selbst, wenn Sie sich in das Büro einschließen und keine E-Mail versenden, dann kommunizieren Sie: „Ich möchte nicht gestört werden“ oder mir ist das Projekt egal.
    Fazit: Immer darauf achten, welche Botschaften man übermittelt, selbst, wenn man nichts sagt.
  • Die Kommunikationsbeziehung zu den Stakeholdern wird durch die Rolle des Projektleiters bestimmt. Wir kommunizieren auf der Sachebene, aber genauso auch auf der Beziehungsebene. Ein weiteres Axiom von Paul Watzlawick. Ein durchsetzungsstarker und autoritärer Projektleiter kommuniziert anders als ein beziehungsorientierter. Alle Sachinformationen, die Sie vermitteln werden auf dem Hintergrund dieser Beziehung interpretiert; Und sie interpretieren alle Sachinformationen Ihrer Mitarbeiter ebenfalls auf dem Hintergrund ihre Beziehung zu ihnen.
    Fazit: Die Beziehung zum Gesprächspartner bestimmt mit, welche Botschaft vermittelt wird.
  • Sie kommunizieren nur einen kleinen Teil von dem, was Sie denken. Der größte Teil ist als Tiefenstruktur wie bei einem Eisberg unter der Wasseroberfläche. Dies ist die Aussage des Eisbergmodells. Denken Sie daran, dass Sie nur dann verstanden werden, wenn es gelingt die nicht sichtbaren Informationen, für die Stakeholder zugänglich zu machen.“Ich bin nicht verstanden worden heißt“ Ich habe, das was ich denke, nicht verständlich gemacht.
    Fazit: In den meisten Fällen sollte man eher mehr als zu wenig sagen.
  • Kommunikation wird durch Selektion und Störungen bestimmt. Feedback ist das Mittel, mit dem Sie sicherstellen, dass Ihre Mitarbeiter auch das verstanden haben, was sie sagten.
    Fazit: Das Feedback zur Kommuniaktion ist genauso wichtig wie die Kommunikaation selbst.
  • Sie kommunizieren von der ersten bis zur letzten Minute im Projekt. Wann eine Kommunikation beginnt, bestimmen bewusst gesetzte Interpunktionen. Auch dies ist ein Axiom von Paul Watzlawick. Dabei bestimmen formelle und informelle Regeln, wann Sie oder einer Ihrer Mitarbeiter mit einem Kommunikationsstrang beginnen kann.
    Fazit: Anfang und Ende einer Kommunikation werden von den Kommunikationspartner bewusst gesetzt.
  • Sie kommunizieren nicht nur mit der Sprache in Schrift und Wort. Neben diesen digitalen Informationen übermitteln Sie über Mimik, Gestik und Körperhaltung eine Vielzahl weiterer Botschaften. Diese analogen Informationen müssen sich mit den digitalen decken. Ein weiteres Axiom von Paul Watzlawick. Alles andere verwirrt ihre Mitarbeiter und führt zu Interpretationen und Spekulationen.
    Fazit: Kommunikation ist ganzheitlich. Der ganze Körper und alle Sinne sind beteiligt.
  • Kommunikation ist immer sysmmetrisch oder komplementär, sagt ein weiteres Axiom von Paul Watzlawick. Als Projektleiter kommunizieren Sie immer komplementär mit Ihren Stakeholdern. In der Beziehung zum Auftraggeber in der untergeordneten Rolle in der Beziehung zu den Projektmitarbeitern in einer führenden Rolle . In Ihrer Rolle als Projektleiter sind sie immer derjenige, der den Kommunikationsprozess und die Kommunikationsbeziehung gestaltet.
    Fazit: Wie ich zum Kommunikationspartner stehe bestimmt, wie ich mit ihm kommuniziere.
  • Die Wirklichkeit, die Sie sehen, besteht nicht unabhängig von der Kommunikation über sie. Sie wird auch durch die Kommunikation mitbestimmt und sozusagen durch Kommunikation erst konstruiert. Eine offene wertschätzende Kommunikation mit dem Mitarbeiter kann eine offene und wertschätzende Beziehung zu ihm zur Folge haben. Paul Watzlawicks Anleitung zum Unglücklich sein beschreibt dies sehr plastisch.
    Fazit: Nicht nur was wir denken bestimmt was wir sagen, wir können auch das denken was wir sagen.
  • Jede Nachricht, die Sie übermitteln, übermittelt gleichzeitig einen Sachinhalt, ein Information über Sie, richtet einen Appell an die Stakeholder und sagt etwas über Ihre Beziehung zum ihnen aus. Das ist die Kernaussage des Kommunikationsmodells von Schulz von Thun. Das umgekehrte gilt auch für alles was die Stakeholder zum Projektleiter sagen. Welche Botschaft Sie heraushören, hängt davon ab, ob Sie mit dem Sachohr, dem Selbstkundgabeohr, dem Appellohr oder dem Beziehungsohr hinhören.
    Fazit: Die Sachinformation ist nur ein Teil der Botschaft.

So kommunizieren Sie erfolgreich

Montag, September 22nd, 2008

Kommunizieren Sie bewusst. Alles was wir tun, ist Kommunikation. Das was wir sagen macht oft nur ein Zwölftel bis ein Viertel der Kommunikation aus. Alles andere übermitteln wir als Selbstkundgabe, Beziehungsinformation oder Appell. Wir senden ständig verbale, nonverbale, beabsichtige oder unbeabsichtigte Botschaften aus. Angefangen von der Kleidung über die Körperhaltung bis hin zur Wortwahl und die Art und Weise, wie wir sprechen. Machen Sie sich bewusst, welche Botschaften Sie neben Ihrer Sachaussage vermitteln.

Unterstützen Sie Ihre Aussagen durch nonverbale Signale: Nachrichten sind mehr als Worte. Lautstärke, Tonfall, Blickkontakt, Körperhaltung und Kleidung verstärken Ihre Aussagen, schwächen Sie ab oder relativieren sie. Sie kommunizieren dann eindeutig, wenn Sachaussage, Selbstoffenbahrung, Beziehung und Appell im Einklang miteinander stehen.

Die Nachricht entsteht beim Empfänger: Kommen Ihre Botschaft immer so an, wie sie dies beabsichtigt haben? Wahrscheinlich nicht. Oft genug haben Sie beobachtet, dass ihr Gegenüber etwas anderes verstanden hat, als das, was Sie gesagt haben. Aus der Reaktion unseres Gegenübers erkennen wir, was von unserer Nachricht angekommen ist. Erst dann, wenn wir wissen, das der Gesprächspartner das verstanden hat, was wir sagen wollten, ist die Nachricht angekommen.

Hören Sie, was Ihr Gesprächspartner sagt: Erst wenn wir mit – und nicht nur zu – jemanden sprechen ist die Kommunikation geglückt. In einer guten Kommunikation geben wir Informationen und erhalten wir Informationen. Klar, jeder vertritt seinen Standpunkt klar und überzeugend. Doch wenn es dabei bleibt, entsteht keine Kommunikation, sondern nur ein Monolog. Hören Ihrem Gesprächspartner aufmerksam zu, damit das, was Sie sagen wollen, zu dem passt, was er sagt.

Achten Sie auf Ihre Kommunikationsfilter: Welche Bilder und Vorstellungen haben Sie von Ihrem Gesprächspartner und dem was er sagt? Korrigieren Sie Ihre Bilder, wenn sie nicht zum Gesprächsinhalt passen.

Kommunikation ist wie ein Tanz: Erst im Zusammenspiel der Beteiligten entsteht das Ergebnis. Daran hat jeder seinen Anteil. Dies ändert auch nichts daran, dass einer der Gesprächspartner führt. Aber führen heißt nicht bestimmen, sondern dem Gespräch eine Struktur geben, mit der der Sachinhalt in optimaler Weise vermittelt werden kann.

Die Entfernung zu Dir, zeigt wie ich zu Dir stehe.

Samstag, Juni 7th, 2008

Kommunikation beginnt schon dann, wenn wir mit einem Menschen in einem Raum sind. Schon bevor des erste Wort gewechselt ist, zeigt der Platz, den wir im Raum einnehm, in welcher Beziehung wir uns zu unserem Gegenüber sehen.

Welcher Abstand ist hier der Richtige? Arthur Schopenhauer hat dazu die folgende Geschichte geschrieben:
„Eine Gesellschaft Stachelschweine drängte sich an einem kalten Wintertage recht nah zusammen, um durch die gegenseitige Wärme sich vor dem Erfrieren zu schützen.
Jedoch bald empfanden sie die gegenseitigem Stacheln, welches sie dann wieder voneinander entfernte. Wann nun das Bedürfnis der Erwärmung sie wieder näher zusammenbrachte, wiederholte sich jenes zweite Übel; so dass sie zwischen beiden Leiden hin und her geworfen wurden, bis sie eine mäßige Entfernung voneinander herausgefunden hatten, in der sie es am besten aushalten konnten.
Und diese Entfernung nannten sie Höflichkeit und feine Sitte.“

Wir Menschen haben in unserer Entwicklung genau diesen Prozess durchlebt. Dabei haben wir vier unterschiedliche Raumzonen herausgefunden:

Intimzone: etwa einen halben Meter Abstand vom Gesprächspartner

Persönliche Zone: etwa von einem halben bis einem Meter Abstand

Soziale Zone: der Abstand bis 4 Meter von Gesprächspartner und die

Öffentliche Zone: diese beginnt ab eine Abstand von 4 Metern.
Merken Sie dass Ihr Gesprächspartner zurückweicht, dann sind sie ihm zu nahe gekommen. Er ist Ihnen sozusagen auf die Pelle gerückt, wie man in der Umgangssprache dazu sagt.

Jeder Mensch nimmt den Raum unterschiedlich wahr. Was für Sie noch eine soziale Zone ist, kann für Ihren Gesprächspartner schon die Persönliche Zone sein.

Wann dürfen Sie welche Zone betreten:

Intimzone: Um Sie betreten zu können, müssen sie eine gute Beziehung zu Ihrem Gesprächspartner haben. Sie ist meist nur Familienmitgliedern und Freunden vorbehalten. Kollegen, die sich im Job die Intimzone öffnen, zeigen damit anderen, dass sie gegenseitig besonders Vertrauen haben.

Persönliche Zone: Das ist im Job die übliche Zone, in der Mitarbeiter miteinander umgehen. Es ist die Zone, in der man den Kontakt zu Kunden und Mitarbeitern pflegt.

Soziale Zone: sie nimmt man ein, bevor man jemand Kennenlernt. Ein aufeinander zugehen bedeutet dann auch immer: ich möchte in deine persönlich Zone kommen und ich lass zu, dass du in meine persönliche Zone kommst. Es ist das eindeutige Signal sich im Gespräch gegenseitig zu öffnen.

Öffentliche Zone: In Ihr ist eigentlich kein Kontakt mehr möglich. Man nimmt nur wahr, dass hier jemand ist. Wenn Sie hier mit Anderen in Kontakt kommen wollen müssen Sie in deren Soziale Zone gehen. Erst hier ist Blickkontakt und ein bewusstes aufeinander zugehen möglich.

Paul Watzlawicks „Menschliche Kommunikation“

Samstag, Juni 23rd, 2007

Man kann nicht nicht kommunizieren.“ Ist wohl der bekannteste Satz von Paul Watzlawick. Es ist das erste seine fünf Axiome über Menschliche Kommunikation mit denen er die Kommunikationstheorie revolutionierte. Der Grundstein für ein neues Verständnis in der zwischenmenschlichen Kommunikation war gelegt.

Paul Watzlawick
Paul Watzlawick, geboren am  25. Juli 1921 in Villach/Kärnten, Österreich und erst kürzlich, am 31. März 2007, in Palo Alto, Kalifornien verstorben,  war ein Kommunikationswissenschaftler, Psychotherapeut, Psychoanalytiker, Soziologe, Autor und Philosoph. Er studierte Philologie und Philosophie an der Universität Venedig. Anschließend absolvierte er eine Ausbildung in Psychotherapie am C.-G.-Jung-Institut in Zürich. Über San Salvador, wo er den Lehrstuhl für Psychotherapie bis 1960 inne hatte, kam er ins kalifornische Palo Alto. Die praktischen Erfahrungen, die Watzlawick zur Formulierung seiner Kommunikationstheorie veranlassten, gewann er bei der Erforschung der Kommunikation schizophrener Patienten.In Deutschland wurde der aus Österreich stammende Soziologe auch durch seine populärwissenschaftlichen Veröffentlichungen zur Kommunikationstheorie und über den radikalen Konstruktivismus bekannt. Er lebte und arbeitete in seiner Wahlheimat Kalifornien.
Eine seiner bekanntesten Bücher trägt den Titel „Menschliche Kommunikation. Formen, Störungen, Paradoxien. Hier entwickelte er seine Kommunikationstheorie. Es ist ein Klassiker der Kommunikationspsychologie! Hier werden, auf fundierter systemtheoretischer Grundlage, fünf Axiome der menschlichen Kommunikation entwickelt, erläutert und in ihren praktischen Auswirkungen besprochen. 

Die fünf Axiome sind:
In einer sozialen Situation kann man nicht nicht kommunizieren.
Sobald zwei Personen sich gegenseitig wahrnehmen können, kommunizieren sie miteinander. Da Verhalten kein Gegenteil hat, man sich also nicht nicht verhalten kann, ist es auch unmöglich, nicht zu kommunizieren.
Jede Kommunikation hat einen Inhalts- und einen Beziehungsaspekt, wobei Letzterer den Ersteren bestimmt.
Jede Kommunikation enthält über die reine Sachinformation (Inhaltsaspekt) hinaus einen Hinweis, wie der Sender seine Botschaft verstanden haben will und wie er seine Beziehung zum Empfänger sieht (Beziehungsaspekt).
Die Natur einer Beziehung ist durch die Interpunktionen der Kommunikationsabläufe seitens der Partner bedingt.
Kommunikation verläuft vielmehr kreisförmig. Niemand kann genau angeben, wer beispielsweise bei einem Streit wirklich „angefangen hat“. Anfänge werden nur subjektiv gesetzt als sogenannte „Interpunktionen“.
Menschliche Kommunikation ist digital und analog. Nicht nur das gesprochene Wort (in der Regel digitale Kommunikation), sondern auch die nonverbalen Äußerungen (z. B. Lächeln, Wegblicken,…) teilen etwas mit.
Zwischenmenschliche Kommunikationsabläufe sind entweder symmetrisch oder komplementär.
Eine symmetrische Beziehungsform meint, dass die Beziehung Ungleichheiten vermindern will (Streben nach Gleichheit). Bei komplementären Beziehungen ist die Grundlage die Unterschiedlichkeit der Partner, einer ist primär, der andere sekundär.
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Weiter Informationen finden Sie in der Wikepedia 

Miteinander reden: Der Kommunikationsklassiker von Schulz von Thun

Donnerstag, März 29th, 2007

Prof. Dr. Friedemann Schulz von Thun, Professor am Fachbereich Psychologie der Universität Hamburg für Beratung und Training, veröffentlichte 1981 ein Buch unter dem Titel „Miteinander reden – Klärungen und Störungen“ Hier stellte er  das Kommunikationsquadrat, das grundlegende Kommunikationsmodell mit den „vier Schnäbeln“ (des Senders) und den „vier Ohren“ (des Empfängers) dar. Dieses Modell hat wie kein anderes die Kommunikationstrainings beeinflusst. Selbst in Schulen wird heute dieses grundlegende Modell der menschlichen Kommunikation vermittelt. Mit diesem Buch wurde Kommunikationspsychologie populär.
Geglückte Kommunikation hängt nicht nur vom „guten Willen“ ab, sondern auch von der Fähigkeit zu durchschauen, welche seelischen Vorgänge und zwischenmenschlichen Verwicklungen ins Spiel kommen, wenn Ich und Du aneinandergeraten. Dies ist die Botschaft des Erfolgskommunikationspsychologen. Das Buch „Miteinander reden 1“ enthält das Handwerkszeug für Analysen typischer Störungen und Anleitungen zur Selbstklärung, zur Sach- und Beziehungsklärung. Wenn jemand etwas von sich gibt, dann enthält seine Mitteilung vier psychisch bedeutsame Seiten Selbstoffenbarung, Sachinhalt, Beziehungshinweis und Appell. Von den typischen Problemen, die mit jedem dieser vier Aspekte verbunden sind, greift dieser Band diejenigen auf, die uns alle mehr oder minder stark beschäftigen.
Dieser erste Band entwickelte sich, vor allem in den neunziger Jahren, zu einem Standardwerk. Die Trilogie „Miteinander reden“ erzielte inzwischen eine zweifache Millionenauflage. Der zweite Band erschien 1989 und nahm die Unterschiede zwischen den Menschen in den Blick, der dritte Band erschien 1998 mit den Untertitel „Das Innere Team und situationsgerechte Kommunikation“.

Mehr Buchtipps zu Soft Skills im Projektmanagement finden Sie hier:
http://www.systemische-organisations-beratung.de/softskills/literatur/index.htm