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Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.

Donnerstag, März 20th, 2008

Ein unbestimmtes Gefühl in der Bauchgegend deutet meist an, dass etwas mit dem Projekt nicht stimmt. Bei näherem hinsehen enteckt man, dass das Projekt eigentlich nicht mehr zu retten ist. Ein Spruch der Indianer sagt: „Wenn du entdeckst, dass du ein totes Pferd reitest, steig ab.“Doch in diesen Situationen verfolgen viele Projektleiter oft andere Strategien.
Hier sind die, welche am Häufigsten angewendet werden:

  1. Sie besorgen eine stärkere Peitsche.
  2. Sie wechseln die Reiter.
  3. Sie sagen: „So haben wir das Pferd doch immer geritten.“
  4. Sie definieren ein Arbeitspaket, um das Pferd zu analysieren.
  5. Sie  fragen unsere Networkpartner, um von ihnen zu erfahren, wie man dort tote Pferde reitet.
  6. Sie erhöhen die Qualitätsstandards für den Beritt toter Pferde.
  7. Sie machen einen Aktionsplan, um das tote Pferd wiederzubeleben.
  8. Sie schieben eine Trainingseinheit ein, um besser reiten zu lernen.
  9. Sie machen ein Benchmark zwischen unterschiedlich toten Pferde.
  10. Sie ändern die Kriterien, die besagen, ob ein Pferd tot ist.
  11. Sie kaufen Leute von außerhalb ein, um das tote Pferd zu reiten.
  12. Sie schirren mehrere tote Pferde zusammen an, damit sie schneller werden.
  13. Sie erklären: „Kein Pferd kann so tot sein, dass man es nicht noch schlagen könnte.“
  14. Sie beantragen eine Erhöhung des Projektbudgets, um die Leistung des Pferdes zu erhöhen.
  15. Sie machen eine Ideenstudie, um zu sehen, wie man tote Pferde lebendig macht..
  16. Sie kaufen etwas zu, das tote Pferde schneller laufen lässt.
  17. Sie erklären, dass unser Pferd „besser, schneller und billiger“ tot ist.
  18. Sie machen eine Risikoanalyse, um das Risiko eines toten Pferdes zu vermeiden.
  19. Sie überarbeiten die Leistungsbedingungen für Pferde.
  20. Sie richten eine unabhängige Kostenstelle für tote Pferde ein.

Der ausgerastete Projektleiter

Samstag, Juli 7th, 2007

Schon morgens auf dem Weg zur Arbeit ging alles schief. Der Tank war leer und an der Tankstelle war die Kasse blockiert. Und dann noch der Stau. Dabei wollte der Peter P. doch früh im Büro sein um das Teammeeting vorzubereiten. Dieses verlief dann entsprechend schlecht. Nur Vorwürfe an die Projektleitung, die nicht genug Ressourcen zur Verfügung stellt. Und dann noch das: Ein Projektmitglied wollte kurzfristig eine Woche Urlaub. Da rastete Peter P. aus und schrie ihn an, was ihm den einfalle auch noch in Urlaub zu gehen, wo die Termine kaum gehalten werden können und Leute fehlen. Nachdem das Teammitglied das Büro verlassen hatte, fragte sich Peter P., was mit Ihm geschehen war. Und zufällig fand er in einem Kalenderblatt auf seinem Schreibtisch die folgende Geschichte:

„Es war einmal ein kleiner Junge, der schnell ausrastete und ärgerlich wurde. Sein Vater gab ihm einen Hammer und eine große Tüte voller Nägel. Jedes Mal, wenn er ausrastete, sollte er lieber einen Nagel in den Zaun hinter dem Haus schlagen, als seine Wut an anderen auszulassen. Am ersten Tag schlug der Junge 30 Nägel in den Zaun. Die Tage vergingen und mit ihnen nahm auch die Zahl der Nägel ab, die der Junge in den Zaun schlagen musste. Er fand heraus, dass es einfacher war, nicht auszurasten, als Nägel in den Zaun zu schlagen. Schließlich kam der Tag, an dem der Junge überhaupt nicht mehr ausrastete. Er sagte dies seinem Vater und der riet ihm nun, für jeden Tag, an dem er nicht mehr ausrastete, einen Nagel wieder herauszuziehen. Wieder vergingen etliche Tage und schließlich konnte der Junge seinem Vater berichten, dass er alle Nägel herausgezogen hatte. Der Vater nahm seinen Jungen bei der Hand und ging mit ihm zum Zaun. Er sagte: „Das hast du gut gemacht, mein Sohn. Ich bin sehr stolz auf dich. Aber schau dir all die Löcher im Zaun an. Der Zaun ist nicht mehr der, der er einmal war. Denke daran, wenn du das nächste Mal etwas im Ärger zu anderen sagen willst. Deine Worte könnten eine Narbe hinterlassen so, wie die Nägel ihre Spuren im Zaun hinterlassen haben. Auch wenn du sagst, dass es dir Leid tut, die Wunde ist dennoch da“.