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Entscheidungen treffen – aber richtig!
Entscheidungen zu treffen gehört zum Tagesgeschäft eines Projektleiters. Entscheidungsfreudigkeit ist deshalb auch eines der Merkmale, die einen erfolgreichen Projektleiter auszeichnen. Aber auch noch aus einer anderen Sicht sind Entscheidungen für einen Projektleiter wichtig. Er braucht auch Entscheidungen von Anderen. Zum Beispiel vom Auftraggeber oder vom Lenkungsausschuss. Oft muss er lange auf solche Entscheidungen warten. Manchmal zu lange.
Warum zögern Menschen Entscheidungen zu treffen?
Viel hängt dies mit der Unsicherheit zusammen, die mit einer Entscheidung verbunden ist. Man ist nie ganz sicher ob die Entscheidung richtig war. Und häufig hängt ja auch viel von einer Entscheidung ab. Aber nicht zu entscheiden ist oft auch eine Entscheidung. Nämlich dann, wenn die Entscheidung solang hinausgezögert wird, bis die eine oder andere Alternative obsolet wird. Entscheidungen hinauszuzögern, ist eine schlechte Entscheidung. Wenn die Zeit drängt, werden Entscheidungen in letzter Minute getroffen; Und in nicht zu wenigen Fällen die falschen.
Norman R.F. Maier hat eine Formel für gute Entscheidungen aufgestellt. Sie lautet:
Entscheidungseffektivität = Entscheidungsqualität X Akzeptanz der Entscheidung.
Die Entscheidungsqualität hängt von den Informationen ab, auf die die Entscheidung beruht. Die Akzeptanz der Entscheidung steht dafür, dass eine getroffen Entscheidung auch umgesetzt wird. Die Formel besagt: Die Effektivität einer Entscheidung ist umso höher, je besser die Entscheidungsgrundlage ist und je höher die Wahrscheinlichkeit ist, dass sie auch umgesetzt wird. Das Gegenteil ist aber auch wahr: Entscheidungen sind wirkungslos, wenn sie weder auf Zahlen, Daten und Fakten beruhen oder die Aussicht auf eine Akzeptanz gegen Null geht.
Die folgende Grafik verdeutlicht die beiden Dimensionen: Qualität und Akzeptanz.

Daraus ergeben sich vier typische Entscheidungssituationen:
1. Routineentscheidungen: Im Projektgeschäft sind dies Entscheidungen darüber, in welchem Meetingraum man sich trifft oder welches Büromaterial angeschafft werden soll. Für die Betroffen ist die Auswirkung gering und die Entscheidung kann meist schon aufgrund weniger Fakten getroffen werden.
2. Expertenentscheidungen: Sie werden hauptsächlich von den Fakten bestimmt. Hierzu gehören Entscheidungen über die effektivere Gestaltung von Terminplänen oder eine Kostenoptimierung.
3. Akzeptierbare Entscheidungen: Immer dann, wenn die Betroffenen etwas tun müssen, dann ist deren Akzeptanz von ausschlaggebender Bedeutung. Bei einer akzeptierbaren Entscheidung, ist die Faktenlage meist klar. Die Entscheidung wird dadurch bestimmt, welche Alternative die größere Akzeptanz bei den Betroffenen findet. Hierzu gehören Entscheidungen über die Zeitpunkt eines Projektmeetings oder die Verwendung von Methoden und Tools.
4. Schwierige Entscheidungen: Schwierige Entscheidungen sind schwierig, weil die Faktenlage unübersichtlich, aber gleichzeitig auch eine hohe Akzeptanz bei den Betroffenen notwendig ist. Dies ist der Fall, wenn das Projekt aus dem Ruder gerät und nach einer Lösung für die Fortführung gesucht wird. Aber auch schon dann, wenn es um die Verteilung von Arbeitspaketen im Projekt geht. Bei solchen Entscheidungen sollten die Betroffenen in die Entscheidungsfindungen einbezogen werden. Sie haben meist oft mehr Informationen als der Projektleiter, oft gute Ideen und sind so selbst Träger der Entscheidung.