„Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

Ihre innere Einstellung und Haltung zum Gesprächspartner und zum Gespräch bestimmen indirekt auch dessen Verlauf. Paul Wazlawick hat dazu eine sehr eindrucksvolle Geschichte erfunden:
Ein Mann will ein Bild aufhängen. Den Nagel hat er, nicht aber den Hammer. Der Nachbar hat einen. Also beschließt unser Mann, hinüberzugehen und ihn auszuborgen. Doch da kommt ihm ein Zweifel: Was, wenn der Nachbar mit den Hammer nicht leihen will? Gestern schon grüßte er mich nur so flüchtig. Vielleicht war er in Eile. Aber vielleicht war die Eile nur vorgeschützt, und er hat etwas gegen mich. Und was? Ich habe ihm nichts angetan; der bildet sich da etwas ein. Wenn jemand von mir ein Werkzeug borgen wollte, ich gäbe es ihm sofort. Und warum er nicht? Wie kann man einem Mitmenschen einen so einfachen Gefalle ausschlagen? Leute wie der Kerl vergiftet einem das Leben. Und dann bildet er sich noch ein, ich sei auf ihn angewiesen. Bloß weil er einen Hammer hat. Jetzt reicht’s mir wirklich. – Und so stürmt er hinüber, läutet, der Nachbar öffnet, doch noch bevor er „Guten Morgen“ sagen kann, schreit ihn unser Mann an: „Behalten Sie sich Ihren Hammer, Sie Rüpel!“

Die Geschichte stammt aus dem Buch „Anleitung zum Unglücklichsein“, sie trägt den Titel: „Der Mann mit dem Hammer“. Paul Watzlawick: Anleitung zum Unglücklichsein. München 2004
Unsere innere Einstellung hat sich im Laufe des Lebens entwickelt. Sie ist das Ergebnis vieler Eindrücke und Erfahrungen.
Die innere Einstellung und Haltung drückt sich in Bildern, Gefühlen und Stimmungen aus. Diese bestimmen, wie Dinge der Umwelt wahrgenommen und interpretiert werden.
Rational können wir die Einstellung und Haltung meist gar nicht beschreiben. „Welches Bild habe ich von meinem Gesprächspartner und in welcher Stimmung bin ich gerade?“ Das sind zwei Fragen, mit denen Sie etwas über Ihre innere Einstellung zum Gespräch erfahren können.
 

One Response to “„Behalten Sie Ihren Hammer, Sie Rüpel!“”

  1. Monet sagt:

    Ich kenne auch dieses Beispiel aus dem besagten Buch. Man sollte viel öfters darin blättern. Denn man erkennt sich schon ab und zu wieder und dies ist wirklich fatal.

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.