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Archive für 31.1.2007
Lust auf Leistung im Projekt
31.1.2007 von Tomas Bohinc.
Man kann Mitarbeiter nicht motivieren, sondern nur demotivieren. Dies ist eine provokante These von Reinhard Sprenger. In Ihrem Kern sagt sie folgendes aus: Mitarbeiter sind motiviert und sie können und wollen Ihre Fähigkeiten an ihrem Arbeitsplatz anwenden. Dies gilt vor allem für Projektteams. Teams arbeiten deshalb motiviert, weil die Mitarbeiter ihre Tätigkeit mitbestimmen können und jeder seine Stärken in das Team einbringen kann. Natürlich gibt es immer Dinge, die getan werden müssen. Sie werden aber dann nicht als Last empfunden, wenn jeder sieht, dass sie notwendig sind.
Woher kommt diese natürliche Motivation? Sie hat ihren Grund in der Triebnatur des Menschen. Das Handeln der Menschen ist durch zwei Faktoren bestimmt: Seine Triebe und die Fähigkeit durch Reflexion die Triebe zu steuern. Der Mensch trifft bewusst die Entscheidung, ob er einem Trieb nachgibt oder nicht.
Ein Trieb hat fünf charakteristische Eigenschaften: Durch Triebe sind wir angetrieben spontan zu handeln und dies mit wachsendender Intensität. Wenn wir hungrig sind, dann wollen wir sofort etwas essen. Der Trieb kann dabei so stark werden, dass wir uns nicht mehr bremsen können. Triebe werden durch Reize ausgelöst. Diese Eigenschaft unseres Triebverhaltens nutzt die Werbung aus. Durch die Werbung für Schokolade im Fernsehen bekommen wir Lust auf Schokolade und holen uns eine Tafel aus dem Kühlschrank. Eine weitere Eigenschaft ist das Appetenzverhalten. Das bedeutet, wenn es keinen Reiz gibt, dann suchen wir solange, bis wir einen Reiz finden. Die Suche nach Nahrung ist ein solches Appetenzverhalten. Selbst, wenn wir keinen Hunger haben gehen wir in ein Restaurant. Der Blick in die Speisekarte erregt dann sofort unseren Nahrungstrieb. Die vierte Eigenschaft lässt sich durch eine einfache Regel beschreiben: Je höher der Reiz und je größer die Triebstärke, umso stärker ist der Trieb. Haben wir großen Hunger und steht unser Lieblingsgericht auf dem Tisch, dann verspüren wir einen starken Trieb, möglichst viel davon zu essen. Steht stattdessen nur ein trockenes Brot auf dem Tisch, dann muss der Hunger schon sehr groß sein, damit wir davon essen. Eine letzte Eigenschaft der Triebe ist die Lust, die wir verspüren, wenn der Trieb befriedigt wird. Wie beispielsweise die, wenn wir unser Lieblingsessen genießen.
Triebe sind das Urmotiv für unser Handeln. Sie sind so stark, dass wir zur ihrer Befriedigung jede Anstrengung und jedes Risiko in Kauf nehmen. Und dies gilt auch für Arbeit.
Der Trieb der uns zum Arbeiten antreibt ist die Neugier. Er wird durch Neues und Unbekanntes ausgelöst. Columbus wurde durch Neugier zu abenteuerlichen Entdeckungsreisen angetrieben, Edison stürzte sich in ein finanzielles Abenteuer um die Glühlampe zu entwickeln und Marie Curie nahm die Gefährdung durch Röntgenstrahlungen in Kauf. Sie wurden angetrieben durch das so genannte Flow-Erlebnis.
Lust auf Leistung entsteht, dann wenn wir den Trieb der Neugier befriedigen. Dabei entsteht die Lust nicht erst dann, wenn die Neugier befriedigt ist, sondern schon bei den Tätigkeiten, durch die wir durch die Neugier angetrieben werden. Die Anstrengung, die wir bei der Lösung eines Problems aufbringen müssen ist gleichzeitig auch ein Gefühl der Lust, das antreibt das Problem zu lösen.
Die Befriedigung der Neugier wird als Flow-Erlebnis bezeichnet. Es ist die Triebfeder, welche uns zu der Anstrengung antreibt, mit der wir Unbekanntes in Bekanntes umwandeln.
Lust auf Leistung im Projekt entsteht dann, wenn die Mitarbeiter interessante und herausfordernde Aufgaben bewältigen, auf die sie stolz sein können.
Buchtipp: Felix von Cube: Lust auf Leistung
Geschrieben in Führung, Projektmanagement, Soft Skills | Drucken | Keine Kommentare »